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James Vanderbilt, USA, Ungarn, 2025o

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Nach Ende des Zweiten Weltkriegs werden die Hauptkriegsverbrecher im Nürnberger Prozess zur Rechenschaft gezogen. Der Film widmet sich ebenjenen Prozessen, in dem der Psychiater Douglas Kelley auf den Nazi Hermann Göring trifft, der als Hitlers rechte Hand galt.

Gelegentlich tut ein gut gemachter, klassisch inszenierter Film mit fein ausgearbeiteten Dialogen, getragen von grossen Stars in einer glaubwürdigen historischen Rekonstruktion, einfach gut. Das ist bei Nuremberg von James Vanderbilt (Drehbuchautor, Produzent und, zehn Jahre nach Truth, zum zweiten Mal Regisseur) der Fall, zumal der Film schauspielerische getragen wird von einem grossartigen Trio: Rami Malek, Russell Crowe und Michael Shannon. Inspiriert vom Buch Der Nazi und der Psychiater, blickt der Film zurückauf den berühmten Nürnberger Prozess von 1945–46, der von den Alliierten einberufen wurde, um den Zweiten Weltkrieg abzuschließen und eine internationale Gerichtsbarkeit für die NS-Verbrechen zu etablieren. Er dramatisiert die wahre Geschichte von Douglas M. Kelley, einem Geheimdienstoffizier und Psychiater, der damals beauftragt war, die Verhandlungsfähigkeit von rund zwanzig NS-Grössen zu prüfen, und konzentriert sich dabei auf die Beziehung, die sich zwischen Kelley und dem „Reichsmarschall“ Hermann Göring, der Nummer zwei des besiegten Regimes, entwickelte. Wird es dem US-Generalstaatsanwalt Robert H. Jackson im Prozess gelingen, Görings Beteiligung an der Vernichtung der Juden nachzuweisen, von der jener nichts gewusst haben will? Auch wenn die Spannung begrenzt ist – vor allem für diejenigen, die den Ausgang kennen –, gelingt es dem Film, den Fall erneut fesselnd darzustellen, bis hin zur tragischen Ironie, die das Schicksal der beiden Männer für immer besiegelte. Einmal mehr erweist sich die unvermeidliche Vorführung der bei der Befreiung der Lager gedrehten Bilder als entscheidend, und man kann dem Regisseur dankbar sein, dass er den Mut hatte, sie in einen grossen Hollywood-Film für ein breites Publikum einzubauen. Noch bemerkenswerter: Da der weitgehend vergessene Kelley zu dem Schluss kommt, dass die Deutschen letztlich ganz normale Menschen waren, streut das Drehbuch durchgehend eine Warnung vor einem möglichen Wiederaufleben von Faschismus und Totalitarismus anderswo ein. Kurzum: ein ebenso eindringlicher wie – so darf man hoffen – nützlicher Film.

Norbert Creutz

Galerieo

Filmdateno

Synchrontitel
Nürnberg DE
Genre
Historisch, Drama
Länge
148 Min.
Originalsprachen
Englisch, Deutsch
Bewertungen
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ØIhre Bewertung7.4/10
IMDB-User:
7.4 (89222)
Cinefile-User:
< 3 Stimmen
KritikerInnen:
< 3 Stimmen

Cast & Crewo

Russell CroweHermann Göring
Rami MalekDouglas Kelley
Michael ShannonJustice Robert H. Jackson
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