r Sie glauben an Engel, Herr Drowak?

Nicolas Steiner, Schweiz, Deutschland, 2025o

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Die lebensfrohe Studentin Lena glaubt fest an das Gute im Menschen. Im Rahmen eines sozialen Projekts wird sie vom Amt als Schreibtrainerin zum Alkoholiker Hugo Drowak geschickt, der allein in einem heruntergekommenen Hochhaus lebt. Trotz seiner notorischen Gemeinheiten gibt Lena nicht auf, ihn für den kreativen Prozess zu begeistern.

Mögen Sie böse Märchen wie Delicatessen, die schrulligen Parabeln eines Roy Andersson (Über die Unendlichkeit), gar Orson Welles' Kafka-Verfilmung Le procès? Dann ist Nicolas Steiners Spielfilmdebüt ein Must für Sie. Mit einem gestalterischen Furor, der in der Schweizer Filmlandschaft seinesgleichen sucht, entwirft der Oberwalliser, die heillose Welt eines alten Alkoholikers. Diesem Drowak verordnet das «Amt für Ruhe und Ordnung» einen kreativen Schreibkurs, wenn er nicht aus seiner versifften Sozialwohnung fliegen will. Als dauerbeschwingte amtliche Animatrice tritt eine Studentin in Aktion, an der Drowaks Unflätigkeiten wirkungslos abprallen. Und siehe da: Der Alte kramt (nach beachtlichem Widerstand) die eigene, bittersüsse Lovestory aus seiner verbitterten Seele, haut sie poetisch verbrämt in die Tasten und rührt damit den Leiter des Amts zu Tränen. Klingt erzählerisch simpel? Ist es auch, doch wen kümmert das, wenn einer Schwarzweissbilder herbeizaubert, die ständig aussehen wie bei Tag gedrehte Nachtaufnahmen, und Stadtlandschaften, die unbekümmert die Auswüchse pompöser Architektur aus halb Europa zusammenklittern, schliesslich Dekors, in denen schikanöse Lifttüren nur hüfthoch sind und vor leeren Flaschen kein Durchkommen ist? Zudem vereint Steiner mit Karl Markovics (Drowak), Luna Wedler (Studentin), Lars Eidinger (Amtsleiter), dem Delicatessen-Star Dominique Pinon (Drowaks Nachbar) sowie Bettina Stucky lauter Schauspieler:innen, welche die Technik des maschinenhaften Stakkato-Sprechens, der ansatzlosen Faxen und weiterer kleiner Irrsinnssignale so perfekt beherrschen, dass sie sich nahtlos ins surreale Umfeld einfügen. Die Handlung dreht sich in der Hälfte des Films zwar eine Weile im Kreis, und über die Schnulze von männlicher Kläglichkeit, die der auferstandene Dichter Drowak seinen Deliriums-Dämonen abtrotzt – filmisch in adäquate Bonbonfarben übersetzt – schweigen wir lieber. Doch der Film fängt und steigert sich zu einem Finale, bei dem die Lust am Seltsamen in letzter Minute den tieferen Gefühlen weicht. Was für ein erster Husarenstreich!

Andreas Furler

Dazu passen:o

Filmdateno

Synchrontitel
Drowak FR
You Believe in Angels, Mr. Drowak? EN
Genre
Drama
Länge
127 Min.
Originalsprache
Deutsch
Bewertungen
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ØIhre Bewertung7.1/10
IMDB-User:
7.1 (113)
Cinefile-User:
< 3 Stimmen
KritikerInnen:
< 3 Stimmen

Cast & Crewo

Luna WedlerLena
Karl MarkovicsHugo Drowak
Lars EidingerAmtsleiter
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